Vorsicht vor übereilten Angaben bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Unlängst hat sich im Rahmen eines durch uns bearbeiteten Mandats gezeigt, es ist Vorsicht vor übereilten Angaben bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung am Telefon zu Fragen im2015-04-20_MSB_Rechtsanwaelte_Fotoshooting_Saarbruecken_Auswahl_0038 Antragsformular geboten.

Der Versicherte wandte sich an seinen Berufsunfähigkeitsversicherer, um ihn über den Eintritt seiner Berufsunfähigkeit zu informieren.

Der Sachbearbeiter hat sogleich versucht, den Antragsfragebogen gemeinsam mit dem Mandanten während des Telefonates auszufüllen.

Es wurde gezielt Druck aufgebaut und der Eindruck vermittelt, die Fragen aus dem Antragsfragebogen müssten beim Telefonat sofort beantwortet werden. Dies geschah dann auch. Da noch einige Fragen offen waren, wurde der in weiten Teilen schon ausgefüllte Fragebogen per Post übermittelt. Er sollte – mit Fristsetzung – komplettiert und unterschrieben zurückgeschickt werden.

In dieser Situation kam der Kontakt mit unserem Mandanten zustande, da er bei dieser Vorgehensweise ein sehr ungutes Gefühl hatte.

Völlig zu Recht, wie wir meinen. Es gibt keinerlei Verpflichtung, einen derartigen Fragebogen bei einem Telefonat mit dem Sachbearbeiter auf die Schnelle „auszufüllen“.

Wo liegt das Problem?

Angaben, die in dieser Situation schnell und ungeprüft gemacht werden, müssen im Nachhinein unter Umständen aufwendig und schwierig korrigiert werden.

Dies gilt insbesondere, wenn sich bei der Überprüfung von Unterlagen, die vertragsgemäß zur Prüfung vorzulegen sind, herausstellt, dass die Angaben beim Telefonat falsch waren. Wenn dann der Fragebogen mit geänderten Angaben zurückgeschickt wird, könnten sich Fragen ergeben, warum zunächst beim Telefonat andere Angaben gemacht worden sind. Wie sich die weitere Sachbearbeitung dann entwickelt, ist offen.

Deshalb mahnen wir an dieser Stelle zur Vorsicht vor vorschnellen Angaben am Telefon zu Fragen im Antragsfragebogen.

Welche Mitwirkungspflichten zu beachten sind, wenn Leistungen wegen Berufsunfähigkeit beantragt werden, ist in den Versicherungsbedingungen geregelt.

Daher sollten Sie zunächst aufmerksam Ihre Versicherungsbedingungen durchlesen, um sich Klarheit zu verschaffen, was der Versicherer in dieser Situation der Antragstellung auf Leistungen wegen Berufsunfähigkeit konkret von Ihnen verlangt.

Für Fragen zu diesem speziellen Thema oder generell zum Versicherungsrecht steht Ihnen gerne Rechtsanwalt Georg Sauber, Fachanwalt für Versicherungsrecht, zur Verfügung. Hier finden Sie die Möglichkeiten mit uns Kontakt aufzunehmen.